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Ein Kurztrip zum 33. Maikäfertreffen am 1. Mai 2016 in Hannover

Ein Kurztrip zum 33. Maikäfertreffen am 1. Mai 2016 in Hannover

 

Ich fahre seit meinem 18. Geburtstag Käfer und in diesem Jahr fand bereits dass 33. Maikäfertreffen am 1. Mai in Hannover statt. Trotzdem muß ich zugeben in diesem Jahr erstmalig dort gewesen zu sein. Der gute Wille war schon oft vorhanden aber wie es dann oft so geht: andere Verpflichtungen zuhause, schlechte Wettervorhersage weswegen man dann doch nicht mal eben 700 km fährt etc. hatten mich bisher immer davon abgehalten. Auch in diesem Jahr war die Entscheidung zur Teilname dann relativ spontan gefallen.
Natürlich hatte ich schon viel über das Maikäfertreffen gehört, besonders über lange Staus vor dem Messegelände, wenn man nicht früh genug vor Ort wäre. Somit wurde kurzerhand beschlossen schon am Vortag anzureisen.
Also meinen 62er Käfer voll getankt und ab über die A3 auf die A2 Richtung Hannover. Leider sollte sich hier die Textzeile aus Namikas Lied „Lieblingsmensch“ … selbst der Stau auf der A2 ist mit Dir blitzschnell vorbei… nicht erfüllen obwohl ich meine Frau dabei hatte. Ein LKW hatte die Mittelleitplanke durchbrochen und die A2 war für Stunden in beide Richtungen voll gesperrt. Gott sei Dank hatten wir es nicht eilig und so sind wir neben der Autobahn staufrei durch so manchen schönen Ort gefahren, von dem wir vorher nie was gehört oder gesehen hatten.
In Hannover angekommen wurde schnell die Unterkunft bezogen um dann Richtung Innenstadt zu fahren und eine Pizza zu essen. Da unser jüngerer Sohn Patrick neben unseren Käfern auch viel Freude an unserem Hanomag-Trecker R455S Bj. 1958 hat, haben wir ihn noch kurzerhand mit einem Besuch an der „Geburtsstätte“ des Treckers auf der Hanomagstraße in Hannover überrascht. Danach war früh schlafen gehen angesagt, schließlich musste wir am nächsten Morgen wieder früh los.
Frühstück war in unserer Unterkunft erst ab 7:00 Uhr möglich L. Ich sah uns schon im kilometerlangen Stau stehen und erst spät aufs Messegelände fahren. Aber entgegen allen Erwartungen klappte Aufstehen, Koffer wieder packen und ins Auto laden, auschecken und frühstücken doch relativ zügig und als wir um kurz vor 8:00 Uhr am Messegelände eintrafen, hatten wir nur 7 Fahrzeuge vor uns – von einem richtigen Stau also keine Spur. Wesentlich schneller als erwartet waren wir auf dem Parkplatz und nun sollte auch für uns mal das Abenteuer Maikäfertreffen beginnen.
Was gab es da nicht alles zu sehen! Vom originalgetreu restaurierten Brezelkäfer J bis zur Fraktion tiefer, breiter, härter L war wirklich alles vertreten. Da brauchte ich mich mit meinem 62er, der für meinen Geschmack auch dringend mal etwas Zuwendung in Sachen Lack brauchen würde, nicht zu schämen. Bilder vom Treffen sagen hier aber wieder einmal mehr als 1.000 Worte:

   

   

Natürlich war unser Clubstand auch wie jedes Jahr vertreten und mit Bernd Hahn, Albert Bonifer, Ralf Lingnau, Hanss Lange und Jürgen Grendel/Helga Wiepning gut besetzt. Für einige Brezelfreunde war hier sicherlich wieder einmal eine gute Gelegenheit zwischendurch eine kurze Verschnaufpause einzulegen. Auch die ausgestellten Fahrzeuge – der Brezel von Jürgen Grendel und der Ovali von Ralf Lingnau – waren ein Anziehungspunkt für viele Gäste.  Ob unsere neuen Flyer, die Ralf Lingnau „kurzerhand“ professionell entworfen hat und die sich auch in den Taschen für jeden Teilnehmer befanden, dafür gesorgt haben, dass neue Mitglieder geworben wurden, wird sich wohl noch in nächster Zeit zeigen. Sicherlich sind die Flyer aber ein guter Schritt in Richtung Öffentlichkeitsarbeit des Clubs.

   

Auf dem riesigen Teilemarkt gab es für jeden Geschmack etwas zu finden. Da ich glücklicherweise nicht auf Teilesuche war, konnte ich ganz in Ruhe durch die einzelnen Reihen schlendern und die Angebote begutachten. Sonst ist es mir in einem solchen Fall schön öfter passiert, dass doch das ein oder andere Teil hängen geblieben ist. Aber an diesem Tag konnte ich mich erstaunlicherweise gut zurückhalten.

   

 

Die Zeit verging natürlich wie im Flug und da wir noch ein „paar“ Kilometer Rückfahrt vor uns hatten, haben wir noch schnell eine Kleinigkeit gegessen, uns am Clubstand kurz verabschiedet und dann die Heimreise angetreten. Aber ganz so einfach sollte es nicht werden. Nach ca. 50 km fing ohne ersichtlichen Grund das Lenkrad meines 62ers ein klein wenig an zu zittern, das Navi zitterte in schöner Gleichmäßigkeit mit. Was konnte das sein? Geschwindigkeit reduziert – es wurde besser – Geschwindigkeit erhöht – wieder wurde es mehr. Also auf die nächste Raststätte. Mal kurz an allen Rädern gewackelt. Die Radlager schienen alle fest zu sein. Allerdings war die Radkappe hinten rechts erheblich wärmer als die übrigen Radkappen. Also Radkappe runter und für alle Fälle die Radbolzen kontrollieren. Dabei stellte sich heraus, dass zwei der fünf Radbolzen sich leicht gelöst hatten. Nachdem ich diese wieder festgezogen hatte, stellte sich bei eine kurzen Probefahrt auf der Raststätte aber heraus, dass es eher schlimmer als besser geworden war – warum auch immer. Dementsprechend wollte ich lieber das Reserverad montieren. Leider musste ich dabei jedoch feststellen, dass der originale Wagenheber es fast nicht schaffte das hintere Rad weit genug anzuheben wobei das vordere schon ein ganzes Stück in der Luft hing . Ein mir unbekannter Käferfahrer, der auch auf der Raststätte eine Pause einlegte, half mir dann kurzerhand mit seinem „modernen“ Wagenheber aus. Dafür nochmals Danke an Unbekannt. Mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend habe ich dann das Reserverad montiert – im Wissen, dass ich den Käfer seit fast 15 Jahre besitze und dass das Reserverad in dieser Zeit noch nie montiert war. Glücklicherweise hatte ich aber vor Abfahrt zuhause auch an diesem Rad noch Luft geprüft. Nach der Montage noch kurz eine Probefahrt auf der Raststätte und siehe da: kein Zittern im Lenkrad oder Ähnliches. Das Problem der heißen Radkappe – sicherlich verursacht durch eine etwas zu stramm eingestellte Bremse - habe ich mal besser vorerst ausgeblendet und die Radkappe nicht auf das Reserverad montiert. Ob und was nun aber an der originalen Felge defekt ist, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Jedenfalls bin ich vorsichtig wieder auf die Autobahn gefahren und das Reserverad schien seinen Dienst zu tun. Nachdem dieses Problem vorläufig gelöst war, sollte uns noch ein netter Stau bevorstehen, den wir aber in gewohnter Weise über schöne Landstraßen wieder umfahren haben. Spät am Abend waren wir ohne weitere Panne wieder zuhause und nun muß ich „nur noch“ herausfinden was mit dem originalen Hinterrad und der etwas zu heiß werdenden Bremse los ist. Gelernt habe ich aber jetzt schon, dass es nicht falsch ist von Zeit zu Zeit doch mal die Radbolzen auf festen Sitz zu überprüfen und das Reserverad doch ernster zu pflegen als sonst…

Der Kurztrip zum Maikäfertreffen hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Ein so großes Tagestreffen sollte man einfach mal mitgemacht haben. Ob wir allerdings im nächsten Jahr wieder dabei sind oder ob dann wieder 1.001 andere Dinge anliegen, das wird sich zeigen.

Christoph Weyers